Drogenschmuggel

Gibt es mehr Drogen als früher? 

Sowohl die Zahl der Drogentoten in Europa (derzeit rund 9000 pro Jahr) als auch die im Abwasser festgestellten Mengen an Drogenrückständen deuten auf einen steigenden Konsum hin. Gleichzeitig gelangen immer neue Arten von Suchtmitteln auf den Markt. Beim „Klassiker“ Kokain stieg die in Deutschland beschlagnahmte Menge von 1,5 Tonnen 2016 auf über sieben Tonnen 2017. Allein bei einer Razzia im Hamburger Hafen stellte der Zoll eine Rekordmenge von fast vier Tonnen Kokain im Wert von rund 800 Millionen Euro sicher. Noch erfolgreicher waren die Kollegen der US-Küstenwache, die hier einen 25-Tonnen-Fang Kokain präsentieren.

 

Wie findet man Kokainmoleküle? 

Drogen bzw. ihre Abbaustoffe „verlieren“ wie jede andere Substanz ständig winzige Mengen auf Molekülebene. Diese Spuren haften nach Kontakt etwa mit Speichel oder Schweiß auch an Oberflächen. Sogenannte Drogenwischtests reagieren auf diese Partikel wie Antikörper auf Viren. So lassen sich minutenschnell sogar im Körper geschmuggelte Stoffe identifizieren. Doch Achtung: Schon der Druck auf eine kontaminierte Türklinke reicht u. U. für einen Spurtransfer.

 

Wo landet konfiszierte Ware? 

Nach Abschluss der Untersuchung kommen beschlagnahmte Güter zur Müllverbrennungsanlage, egal, ob Schmuggelzigaretten, gefälschte TShirts oder Drogen. Sehr wertvolle Abfalltransporte überwachen UndercoverPolizisten. Die Abluftfilter über dem Feuer funktionieren so gut, dass draußen selbst stark riechendes Marihuana nicht auffällt.

 

Was verrät eine Containertür?

Große Drogenlieferungen erreichen Europa oft in Containern. Das Risiko für illegale Ware hinter einer Containertür lässt sich sogar ein wenig an den Codes daran abschätzen.

Eigentümerkennung: Die ersten drei Buchstaben bezeichnen den Eigentümer der Kiste (Liste unter bic-code.org). Wer in der Vergangenheit auffällig war, ist automatisch verdächtig. Das U steht für einen Container ohne Anbauten wie Heizung (J) oder Fahrgestell (Z).

Bauartschlüssel: Die erste Stelle codiert die Länge, die zweite die Höhe, die dritte und vierte die Bauart, z. B. Anzahl der Öffnungen oder Warenart. Kühlcontainer (H0 bis H6) für Früchte werden oft für Drogentransporte missbraucht.

Seriennummer: Jeder Container weltweit verfügt über eine einmalige, sechsstellige Registriernummer. Die gerahmte Zahl dahinter ist eine Prüfziffer zum Vermeiden von Fehleingaben.

Masse und Volumen: Das Leergewicht (Tare) in Kilogramm (KGS) und englischen Pfund (LBS) plus Ladungsvermögen (NET) ergibt das maximale Gesamtgewicht (MGW). Darunter ist das Füllvolumen (CUCAP) in Kubikmetern (CUM) und Kubikfuß (CUFT) angegeben.

 

Bildquelle: © Suriyapong – AdobeStock.com

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