Wasserwaagen

Die Wasserwaage gehört zur Grundausstattung eines jeden Werkzeugkastens. Damit richten wir die Welt aus – mit einer kleinen Luftblase. Was es mit der Wasserwaage auf sich hat und warum man damit so genau messen kann, erfahren Sie hier.

Damit bei Ihren Messungen alles im Lot ist, benötigt eine Wasserwaage ein gerades Profil und eine gut sichtbare Libelle, die durch ein zuverlässiges Einbausystem fest miteinander verbunden sind. Anders als früher ist das Profil heute nicht mehr aus Holz, sondern aus Aluminium, weil es sich nicht verzieht.

 

Woher die Libelle ihren Namen hat

Der Name Libelle kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „kleine Waage“. In der Messtechnik ist damit eine leicht gebogene Glas- oder Kunststoffröhre gemeint, die dazu dient, Gegenstände wie z. B. Bauteile auf ihre horizontale oder vertikale Lage zu überprüfen bzw. auszurichten. Um über eine größere Strecke eine möglichst genaue Messung zu erzielen, wird die Libelle in ein Aluminium-Profil eingesetzt. Je nach Bedarf gibt es Wasserwaagen in verschiedenen Längen.

 

Kein Wasser in der Wasserwaage!?

Der Vorgänger unserer heutigen Wasserwaage wurde in Frankreich bereits im 16. Jahrhundert erfunden. Die ersten Versuche bestanden darin, eine leicht gekrümmte Glasröhre mit Wasser zu füllen und auf eine Holzplatte zu montieren. Heute ist Wasser längst nicht mehr in einer Wasserwaage enthalten. Wasser hat nicht nur die Eigenschaft, dass es bei Kälte gefriert, es lädt sich auch elektrostatisch auf. Durch diese elektrostatische Aufladung würde die Luftblase zu stark von der Kunststoffhülle der Libelle angezogen werden. Dies würde zu fehlerhaften Messungen führen. Deshalb wird der Flüssigkeit u. a. ein antistatischer Schutz beigemischt. Hinzu kommt fluoreszierende Farbe, die es dem menschlichen Auge erleichtert, die Blase zu sehen. Weitere Zusätze schützen vor Frost und UV-Strahlung.

 

Wie die Luftblase in die Libelle kommt

Die fluoreszierende Flüssigkeit wird in einen leeren Kunststoffkörper, auch Libelle genannt, in einer exakt vorgeschriebenen Menge gefüllt. Wird dann der Deckel auf die Libelle aufgeschweißt, entsteht aus der eingeschlossenen Luft eine Luftblase, die immer gleich groß ist.

 

Warum man mit Luft messen kann

Weil Luft eine geringere Dichte als jede Flüssigkeit hat, steigt sie nach oben. Das kennt man vom Tauchen, wenn man Wasser ausatmet. Dieses Prinzip macht man sich bei Wasserwaagen zunutze. Weil die Libelle leicht gekrümmt ist, bleibt die Luftblase immer am höchsten Punkt stehen, in der Waagerechten also exakt zwischen den beiden Markierungsringen.

 

Woran man eine gute Wasserwaage erkennt

Damit eine Wasserwaage ohne Nachjustieren auch nach jahrelangem Gebrauch präzise misst wie am ersten Tag, sollten Sie beim Kauf auf folgende Kriterien achten:

1) Dauerhaft verbundene Bauteile

Bei Präzisions-Wasserwaagen werden Libelle (1), Libellenblockhalterung (2) und die Messflächen des Profils (3) exakt zueinander ausgerichtet und durch Kunstharz (4) dauerhaft verbunden. So ist garantiert, dass alle Bauteile dauerhaft zueinander ausgerichtet sind und die Wasserwaage auch noch nach vielen Jahren präzise misst.

2) Bruchsichere und präzise geschliffene Libelle

Der Libellenblock muss aus einem hochwertigen und bruchsicheren Material, z. B. Acrylglas, bestehen. Um Lichtbrechungen zu vermeiden, werden oft eckige Libellen verwendet, so dass auch bei Sonneneinstrahlung die Libelle immer gut ablesbar ist. Präzise geschliffene Innenwände gewährleisten einen freien und ungehinderten Lauf der Libellenblase sowie höchste Messpräzision.

3) Antistatische, UV-beständige Libellenflüssigkeit

Damit die Blase durch statische Aufladung oder mechanische Beeinflussung nicht abgelenkt wird, muss die Libellenflüssigkeit einen antistatischen Bestandteil enthalten. Die fluoreszierende Flüssigkeit sorgt für eine gute Ablesbarkeit unter fast allen Lichtverhältnissen. Um die Strahlkraft der Flüssigkeit zu schützen, sollte sie einen hohen UV-Schutz beinhalten.

4) Korrosionsfreie Ableseringe

Die Markierungen bzw. Ableseringe müssen korrosionsfrei sein. Je nach Auslegung von Blasengröße und Ringabstand sind Messungen in unterschiedlichen Temperaturbereichen möglich. Bei Stabila z. B. sind Blasengröße und Ringabstand so ausgelegt, dass die Libelle auch bei hohen und niedrigen Temperaturen optimal abgelesen werden kann. Zwischen –20 °C (a) und +50 °C (b) befindet sich die Libellenblase dann immer innerhalb der Ableseringe.

5) Verzugsfreies Profil mit Endkappen aus schlagfestem Kunststoff

Weil es beim Heimwerken auch manchmal rau zugeht, bestehen Wasserwaagen heutzutage fast immer aus einem verzugsfreien und robusten Material, z. B. pulverbeschichtetem Aluminium. Um die Messflächen zu schützen, haben die meisten Wasserwaagen Endkappen aus schlagfestem Kunststoff. Hochwertige Endkappen, z. B. von Stabila, haben zum Teil zusätzliche stoßdämpfende oder rutschhemmende Eigenschaften.

Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service bieten zu können. Näheres unter Datenschutz

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen